Mario Tennis Fever

Mario Tennis Fever

Plattform Switch 2
Release 12.02.2026
6
Gut
Test 16.02.2026 Sytex

Ein Netzroller mit Anlaufschwierigkeiten

Mario Tennis Fever bietet zwar strategische Tiefe durch das neue Schläger-System und glänzt im lokalen Multiplayer, enttäuscht jedoch durch einen repetitiven Story-Modus und eine zähe Einstiegsphase.

Seit den Tagen auf dem Virtual Boy und dem Nintendo 64 steht die Mario Tennis-Reihe für die perfekte Symbiose aus Arcade-Spaß und präziser Sport-Simulation. Nach dem soliden, aber inhaltlich teils kritisierten Mario Tennis Aces, schickt Nintendo mit Mario Tennis Fever nun den neuesten Ableger auf die Court-Bühne der Switch. Das Versprechen: Mehr Strategie durch das namensgebende „Fever“-System und ein Abenteuermodus, der uns tiefer in die Welt des Pilzkönigreichs eintauchen lässt. Doch während die Ballwechsel mit Freunden gewohnt zünden, kämpft der Einzelspieler-Modus mit einer unerwarteten Trägheit.

Der Abenteuermodus: Ein langes Tutorial in bunter Kulisse

Der Einstieg in Mario Tennis Fever gestaltet sich leider mühsamer als erhofft. Der Abenteuermodus, der eigentlich das Herzstück für Solisten bilden sollte, entpuppt sich schnell als ein in die Länge gezogenes Tutorial. Die Geschichte bleibt dabei Nintendo-typisch oberflächlich und dient lediglich als loser Rahmen, um den Spieler von einem Court zum nächsten zu jagen.

Besonders kritisch: Die ersten Stunden fühlen sich extrem zäh an. Das Spiel zwingt einen durch repetitive Übungseinheiten, in denen man nacheinander Lobs, Spins und Stoppbälle demonstrieren muss. Was als sanfte Lernkurve gedacht war, bremst den Spielfluss massiv aus. Die Welt wirkt dabei eher wie eine hübsche Kulisse als ein lebendiger Ort. Ein kleiner Lichtblick sind die für Nintendo-Verhältnisse ungewohnt zahlreichen Zwischensequenzen. Die Entwickler scheinen auf diese filmische Inszenierung so stolz zu sein, dass man sie im Menü unter den Erfolgen sogar separat erneut ansehen kann – auch wenn die Charakterdarstellungen darin gelegentlich etwas hölzern wirken.

Gameplay & Core-Mechanics: Strategie trifft auf Fever

Sobald man das Korsett des Story-Modus (der nach knapp 5 Stunden bereits sein Ende findet) ablegt, entfaltet Mario Tennis Fever sein wahres Potenzial. Die Core-Mechanics sind gewohnt präzise, auch wenn es im Eifer des Gefechts zu kleineren Eingabefehlern kommen kann – etwa wenn der Schläger ungewollt auflädt, obwohl man sich nur zum Ball positionieren wollte.

Die echte Neuerung sind die Fever-Schläger. Jeder der insgesamt 38 freischaltbaren Charaktere kann verschiedene Schläger-Typen wählen, was eine angenehme taktische Ebene einzieht. Kombiniert man einen flinken Charakter wie Yoshi mit einem Schläger, der besonders harte Power-Schläge unterstützt, entstehen interessante Synergien, die das Skill-Ceiling im Vergleich zu den Vorgängern spürbar anheben.

Missionstürme und Abwechslung

Neben dem klassischen Turnier-Modus, der im Einzel oder Doppel bestritten werden kann, gibt es die sogenannten Missionstürme. Diese fordern den Spieler mit spezifischen Bedingungen heraus:

  • "Gewinne 5 Punkte, ohne einen Hechtsprung zu nutzen."
  • "Vermeide Treffer durch Fever-Schläge des Gegners."

Diese Modi bieten zwar kurzzeitig Abwechslung, leiden aber wie der Story-Modus unter einer gewissen Redundanz. Der Loop aus immer gleichen Aufgabenstellungen nutzt sich für Solo-Spieler leider schnell ab.

Technik & Atmosphäre: Plauderblumen und stabile Performance

Technisch gibt sich der Titel auf der Switch 2 keine Blöße. Das Spiel läuft in der Release-Version absolut flüssig und nahezu fehlerfrei. Grafisch bietet Nintendo den gewohnt sauberen, farbenfrohen Standard, ohne dabei neue Maßstäbe zu setzen.

Akustisch gibt es ein Wiedersehen mit einem bekannten Gesicht (oder eher Stängel): Die Plauderblume fungiert als Kommentator. Was anfangs charmant ist und jeden Schlag enthusiastisch begleitet, kann nach einigen Stunden nerven. Dankenswerterweise lässt sich die gesprächige Flora in den Optionen stummstellen.

Multiplayer: Hier schlägt das Herz

Seine wahre Stärke spielt Mario Tennis Fever im Mehrspieler-Modus aus. Ob lokal an einer Konsole, über lokales Wireless mit mehreren Geräten oder online – hier verschwindet die Monotonie des Einzelspielers. Besonders lobenswert: Das GameShare-Feature. Freunde benötigen lediglich eine eigene Switch, aber nicht das Spiel selbst, um lokal gegen euch anzutreten. Der Netcode in den Ranglisten-Matches erwies sich im Test als stabil und sorgte für faire, spannende Duelle.

Ein Pflichtkauf für Party-Fans, eine Geduldsprobe für Solisten

Mario Tennis Fever ist ein zweischneidiges Schwert. Als kompetitiver Fun-Sportler im Kreis von Freunden ist es dank der neuen strategischen Note durch die Fever-Schläger brillant. Wer jedoch auf eine motivierende Einzelspieler-Erfahrung hofft, wird von dem repetitiven Missionsdesign und dem belanglosen Story-Modus enttäuscht.

Fazit & Wertung

6
Gut
Einzelwertungen
Story 3
Grafik 8
Sound 5
Gameplay 7
Multiplayer 8
Barrierefreiheit 5