Ashes of Creation vor dem Aus: Intrepid Studios bricht nach internem Machtkampf zusammen

Der lang ersehnte MMO-Hoffnungsträger Ashes of Creation steht vor dem Ruin. Nach dem Rücktritt von Gründer Steven Sharif und dem gesamten Führungsteam wurde fast die komplette Belegschaft entlassen – viele von ihnen ohne Gehalt.
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Von Dominik Litzmann
Ashes of Creation vor dem Aus: Intrepid Studios bricht nach internem Machtkampf zusammen

Das ambitionierte Projekt Ashes of Creation, das 2017 mit über 3,2 Millionen US-Dollar auf Kickstarter startete, ist am Ende. Was als Traum von einem spielergesteuerten Fantasy-Epos begann, endete in dieser Woche in einem beispiellosen Chaos aus Kündigungen, Massenentlassungen und Vorwürfen gegen den Firmenvorstand.

Ein Studio im freien Fall

Hinter den Kulissen von Intrepid Studios hat sich in den letzten Tagen ein Drama abgespielt, das die Gaming-Welt erschüttert. Alles begann am 31. Januar 2026, als der Gründer und Creative Director Steven Sharif seinen Rücktritt via Discord verkündete. Sharif gab an, die Kontrolle über das Unternehmen an einen Vorstand verloren zu haben, dessen Entscheidungen er „ethisch nicht mittragen“ könne.

Diesem Paukenschlag folgte eine Kettenreaktion: Ein Großteil des restlichen Führungsteams schloss sich dem Protest an und kündigte ebenfalls. Der verbliebene Vorstand reagierte prompt und radikal. Anstatt nach Lösungen zu suchen, wurden laut Berichten von betroffenen Mitarbeitenden wie der Kommunikationsdirektorin Margaret Krohn rund 250 Entwickler entlassen. Besonders bitter: Viele Teammitglieder berichten, dass sie weder ihre letzten Gehaltsschecks noch die gesetzlich vorgeschriebenen Abfindungen oder Entschädigungen erhalten haben.

Steam zieht die Reißleine

Die Auswirkungen für die Spielerschaft ließen nicht lange auf sich warten. Das Spiel, das erst im Dezember 2025 in den Early Access auf Steam gestartet war, wurde inzwischen komplett von der Verkaufsplattform entfernt. Zuvor war es zu einer Welle von negativen Bewertungen („Review Bombing“) gekommen, in denen enttäuschte Backer und Käufer vor einem „toten Spiel“ warnten.

Während die offizielle Webseite zwar noch online ist, mehren sich die Warnsignale. Ein geplanter Livestream für den 13. Februar steht in den Sternen, da schlichtweg niemand mehr da ist, um ihn zu moderieren. Inzwischen gibt es erste Gerüchte über eine Neuausrichtung unter neuer Führung durch eine gewisse Karen L. Boreyko, die von einem Fokus auf den chinesischen Markt und aggressiven Monetarisierungsmodellen wie Battle Passes spricht – ein krasser Widerspruch zum ursprünglichen Versprechen des Spiels.

Der bittere Geschmack von Asche

Ob Ashes of Creation jemals in der Form erscheinen wird, wie es den 20.000 Kickstarter-Unterstützern versprochen wurde, ist mehr als fraglich. Der plötzliche Kollaps eines so hoch dotierten Projekts hinterlässt eine Spur der Verwüstung – nicht nur in den Portemonnaies der Fans, sondern vor allem in den Biografien der über 200 leidenschaftlichen Entwickler, die nun ohne Lohn auf der Straße sitzen. Verra, die Welt, die sie erschaffen wollten, droht nun endgültig in Schutt und Asche zu versinken.

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