Aus für die Remake-Könige: PlayStation schließt Bluepoint Games

Nach rund fünf Jahren unter der Flagge der PlayStation Studios zieht Sony den Stecker bei den Spezialisten aus Texas. Rund 70 Angestellte verlieren durch die strategische Neuausrichtung ihren Arbeitsplatz.
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Von Dominik Litzmann
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Aus für die Remake-Könige: PlayStation schließt Bluepoint Games

Die Nachricht schlug in der Gaming-Welt ein wie eine Bombe: Bluepoint Games, das Studio hinter dem technisch brillanten PS5-Launch-Titel Demon's Souls, wird im März 2026 offiziell geschlossen. Damit endet die Reise eines Teams, das wie kaum ein zweites verstand, betagte Klassiker in moderne Grafik-Wunderwerke zu verwandeln.

Ein Abschied nach 20 Jahren Handwerkskunst

Bluepoint Games wurde 2006 von ehemaligen Retro-Studios-Entwicklern gegründet und erarbeitete sich über zwei Jahrzehnte einen legendären Ruf als „Remake-Chirurgen“. Ob die God of War Collection, die Uncharted: The Nathan Drake Collection oder das atmosphärisch dichte Shadow of the Colossus – das Team aus Austin lieferte stets Perfektion.

Nach der offiziellen Übernahme durch Sony im Jahr 2021 sollte der nächste große Schritt folgen: die Entwicklung einer eigenen, originellen Marke. Doch hinter den Kulissen verlief dieser Übergang offenbar steinig. Ein geplantes Live-Service-Spiel im God of War-Universum wurde Berichten zufolge bereits im Januar 2025 eingestellt. Zuletzt versuchte das Studio wohl vergeblich, neue Projekte – darunter ein Third-Person-Actionspiel – bei Sony zu pitchen.

Der wirtschaftliche Rotstift regiert

In einem internen Memo, das über Portale wie Bloomberg und ResetEra an die Öffentlichkeit gelangte, begründete PlayStation-Studios-Chef Hermen Hulst den Schritt mit einem „zunehmend herausfordernden Branchenumfeld“. Steigende Entwicklungskosten und ein verändertes Spielerverhalten zwangen den Konzern zu einer knallharten Geschäftsprüfung.

Rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Sony betonte zwar das „außergewöhnliche technische Fachwissen“ des Teams und versprach, Talente nach Möglichkeit innerhalb des globalen Studio-Netzwerks unterzubringen, doch für viele Fans bleibt ein bitterer Beigeschmack. Bluepoint ist nach Firesprite, Neon Koi, dem London Studio und Firewalk bereits das fünfte Studio, das PlayStation in den vergangenen zwei Jahren opfert.

Wenn Perfektion nicht mehr reicht

Es ist eine Ironie des Schicksals: Bluepoint Games lieferte mit Demon's Souls eines der bestbewerteten Spiele der aktuellen Konsolengeneration ab. Doch in einer Ära, in der Sony verstärkt auf gigantische Blockbuster und rentable Live-Service-Modelle setzt, scheint für hochspezialisierte Teams, die „nur“ perfekt modernisieren oder sich in der Findungsphase für neue IPs befinden, kaum noch Platz zu sein. Die Lücke, die Bluepoint im Bereich der High-End-Remakes hinterlässt, wird schwer zu füllen sein. Während die Lichter in Austin ausgehen, bleibt der Community nur die Hoffnung, dass die kreativen Köpfe hinter den Kulissen an anderer Stelle ein neues Zuhause finden.

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