Dämpfer für Riot Games: Massive Kürzungen bei 2XKO kurz nach Release

Trotz des Hypes um das League of Legends-Kampfspiel bleibt der große Erfolg aus, was nun zu einer drastischen Verkleinerung des Entwicklerteams führt.
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Von Dominik Litzmann
Dämpfer für Riot Games: Massive Kürzungen bei 2XKO kurz nach Release

Riot Games zieht überraschend früh die Reißleine und verkleinert das Team hinter 2XKO nur wenige Wochen nach dem offiziellen Start. Während die treue Kern-Community das Spiel feiert, reichen die Spielerzahlen laut dem Publisher nicht aus, um die bisherige Teamgröße langfristig zu rechtfertigen.

Ein schwieriger Start in den Ring

Nach einer langen Phase im Early Access startete 2XKO am 21. Januar 2026 hoffnungsvoll auf PC und Konsolen. Das Ziel war klar: Die kompetitive Welt von League of Legends in ein zugängliches, aber tiefgründiges Tag-Team-Fighting-Game zu verwandeln. Doch die Realität des Marktes scheint das Projekt nun einzuholen. Riot Games gab bekannt, dass das Free-to-play-Spiel die hochgesteckten Erwartungen bisher nicht erfüllen konnte. Das Spielverhalten auf den Konsolen spiegele dabei die Trends wider, die man bereits auf dem PC beobachtet habe – eine leidenschaftliche, aber schlicht zu kleine Basis an aktiven Personen.

Zwischen Abfindung und plötzlichem Abschied

Der ausführende Produzent Tom Cannon bemühte sich in einem Statement um Schadensbegrenzung. Betroffene Teammitglieder sollen entweder intern versetzt werden oder von einer mindestens sechsmonatigen Kündigungsfrist sowie Abfindungen profitieren.

Hinter den Kulissen scheint die Stimmung jedoch deutlich angespannter zu sein. Der ehemalige Produzent Patrick Miller, der fast ein Jahrzehnt Herzblut in das Projekt steckte, berichtete auf der Plattform BlueSky von einer Entlassung innerhalb von nur 30 Minuten. Solche Berichte werfen einen dunklen Schatten auf den ohnehin schwierigen Umstrukturierungsprozess und lassen die Frage offen, wie viele Köpfe hinter den Kulissen tatsächlich rollen mussten.

Fokus auf das Wesentliche

Trotz der Hiobsbotschaft soll der Betrieb nicht eingestellt werden. Riot plant, 2XKO mit einem deutlich kleineren, aber "fokussierteren" Team weiterzuführen. Man wolle verstärkt auf das Feedback der Community hören und wichtige Verbesserungen implementieren, um das Spiel stabil für die Zukunft aufzustellen. Ein Lichtblick für alle Profis: Die Pläne für die 2026 Competitive Series bleiben laut Cannon unangetastet. Der Turnierzirkus geht also weiter, auch wenn das Fundament des Entwicklerstudios spürbar wackelt.

Ein Kampf mit ungewissem Ausgang

Riot Games steht nun vor der Mammutaufgabe, das Vertrauen der Spielerschaft zurückzugewinnen, während die Ressourcen schwinden. Es ist ein Balanceakt zwischen dem Erhalt einer leidenschaftlichen Nische und der wirtschaftlichen Realität eines globalen Konzerns. Ob 2XKO mit einem kleineren Team den nötigen "Comeback-Punch" landen kann oder ob die Segel in einem immer härter umkämpften Genre gestrichen werden müssen, werden die kommenden Monate zeigen. Eines ist sicher: Der Druck auf die verbliebenen Entwicklerpersonen ist nach diesem Beben massiv gestiegen.

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