Forza Horizon 6 in Tokio: „Man bildet nicht jede Ecke nach“
Playground Games erklärt, warum Atmosphäre wichtiger ist als eine 1:1-Nachbildung der japanischen Metropole
Mit Forza Horizon 6 verlagert Playground Games das Open-World-Rennspektakel erstmals nach Japan. Doch wer nun eine millimetergenaue Simulation von Tokio erwartet, muss umdenken: Für das Entwicklerteam steht nicht die exakte Kartografie im Fokus, sondern das Gefühl, das eine Fahrt durch die Metropole und ihr Umland vermittelt.
Atmosphäre statt Stadtplan
Im Gespräch mit Xbox Wire machte Design Director Torben Ellert deutlich, dass Authentizität für das Studio nicht zwangsläufig bedeutet, jede Straße realgetreu nachzubauen.
„Man könnte meinen, ein authentischer Raum sei eine Nachbildung eines Ortes. Aber es geht weniger um Genauigkeit als vielmehr um das Gefühl, das er vermittelt“, so Ellert.
Statt jede Gasse Tokios detailgetreu zu reproduzieren, analysierte das Team typische Eindrücke: die Fahrt durch Vororte, der Blick auf die Skyline, der abrupte Übergang ins pulsierende Stadtzentrum. Genau diese Momente sollen das virtuelle Japan prägen.
Das Erlebnis steht im Mittelpunkt
Ellert beschreibt den Ansatz so:
Man schaue sich reale Referenzen an und frage sich, was Spieler wahrnehmen, wenn sie um eine Ecke biegen oder einen neuen Stadtteil erreichen. „Man bildet nicht jede Ecke nach – man bildet das Erlebnis nach, wenn sich einem etwas offenbart, wenn man dort ankommt.“
Dieser Ansatz soll sicherstellen, dass sich die Spielwelt zwar glaubwürdig anfühlt, aber gleichzeitig genug Freiraum für das typische Horizon-Gameplay bietet.
Balance zwischen Realismus und Horizon-Chaos
Die größte Herausforderung lag laut Entwickler darin, die Atmosphäre Japans mit der DNA der Reihe zu vereinen. Schließlich lebt Forza Horizon von grenzenloser Freiheit, riskanten Manövern und spektakulären Stunts – Verkehrsregeln spielen hier bekanntlich keine Rolle.
„Durch die Brille eines Horizon-Spiels betrachtet, mussten wir die Balance finden zwischen dem Gefühl, dort zu sein, und dem Spaß, mit einem Hypercar von einer Klippe zu springen und dafür Punkte zu kassieren“, erklärt Ellert. Realismus ja – aber nie auf Kosten des Spielspaßes.
Mehr Story, mehr Persönlichkeit
Neben der offenen Welt setzt Forza Horizon 6 stärker auf erzählerische Elemente. Spieler begleiten die Figuren Jordy, Mei und den eigenen Avatar auf dem Weg durch die Qualifikationsphasen des Horizon-Festivals. Besonders Mei, eine erfahrene japanische Autobauerin, soll eine „Insider-Perspektive“ auf Land und Kultur liefern. Ziel der Reise ist das sagenumwobene Legend Island.
Ergänzt wird das Ganze durch ein Sammlungsjournal für Erinnerungsstücke sowie ein individuell gestaltbares Anwesen, das auch von Freunden besucht werden kann.
Ein gigantischer Fuhrpark
Zum Start sollen über 550 Fahrzeuge zur Verfügung stehen – vom Alltagswagen bis zum Hypercar.
Forza Horizon 6 erscheint am 19. Mai 2026 für Xbox Series X/S und PC. Eine Version für die PlayStation 5 ist ebenfalls geplant, folgt jedoch erst später im Jahr.
Am Ende wird klar: Playground Games will kein digitales Tokio zum Abmessen liefern, sondern eine Bühne, auf der sich Japan wie Japan anfühlt – nur eben mit Vollgas.
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