Highguard vor dem Aus: Massenentlassungen schockieren die Gaming-Welt

Kaum drei Wochen nach dem ambitionierten Start des Hero-Shooters entlässt Wildlight Entertainment den Großteil der Belegschaft. Das Schicksal der ehemaligen Titanfall-Veteranen hängt nun am seidenen Faden.
Avatar Dominik Litzmann
Von Dominik Litzmann
Highguard vor dem Aus: Massenentlassungen schockieren die Gaming-Welt

Was als der nächste große Wurf im Shooter-Genre geplant war, entwickelt sich in Rekordzeit zu einem digitalen Scherbenhaufen. Während andere Service-Games Monate oder Jahre für ihren Niedergang brauchen, vollzieht Highguard diesen schmerzhaften Prozess im Zeitraffer. Nur 17 Tage nach dem Release am 26. Januar 2026 stehen die Zeichen bei den Entwicklern nicht auf Expansion, sondern auf nacktem Überleben.

Ein Sturzflug ohne Fallschirm

Das Studio Wildlight Entertainment, bestehend aus Branchen-Größen und ehemaligen Köpfen hinter Apex Legends, trat mit dem Versprechen an, das Genre aufzumischen. Doch die Realität holte das Team gnadenlos ein. Nach einem kurzzeitigen Peak von 100.000 zeitgleichen Spielern auf Steam brachen die Nutzerzahlen massiv ein. Zuletzt kämpften kaum noch 4.000 Aktive in den Arenen – ein Todesurteil für ein Free2Play-Modell, das auf eine kritische Masse angewiesen ist. Technische Patzer und ein von der Community kritisiertes Matchmaking-Format gaben dem Hype den Rest, noch bevor er richtig atmen konnte.

"Der Großteil des Teams wurde entlassen"

Die Hiobsbotschaft sickerte zuerst über soziale Netzwerke durch. Betroffene Entwickler wie Level Designer Alex Graner machten ihrem Entsetzen auf LinkedIn Luft. Graner bestätigte dort, dass er zusammen mit dem Großteil seiner Kollegschaft gehen musste. Besonders tragisch: Laut seinen Aussagen liegen bereits fertige Inhalte in den Schubladen, die nun vermutlich niemals veröffentlicht werden.

Wildlight Entertainment reagierte inzwischen mit einem offiziellen Statement. Darin ist von einer „unglaublich schweren Entscheidung“ die Rede. Man wolle das Spiel mit einer „Kerngruppe“ weiterhin unterstützen. In der Branche ist dies meist der diplomatische Code für einen minimalen Wartungsmodus, bei dem lediglich die Server am Laufen gehalten werden, während die kreative Weiterentwicklung faktisch zum Erliegen kommt.

Nur noch ein Flackern am Horizont

Ob Highguard diesen personellen Aderlass überlebt, ist mehr als fraglich. Werden die verbliebenen Entwickler die ambitionierte Roadmap für 2026 stemmen können oder war der heutige Tag der Anfang vom endgültigen Ende? Die Geschichte von Highguard lehrt uns einmal mehr, dass ein prominenter Stammbaum im Entwicklerstudio keine Garantie für den Erfolg in einem übersättigten Markt ist. Für die Fans und die entlassenen Talente bleibt nur die Hoffnung, dass die fertigen Inhalte doch noch irgendwie ihren Weg in das Spiel finden, bevor in den Rechenzentren das Licht ausgeht.

Kommentare

Melde dich an, damit du mit anderen über das Thema diskutieren kannst.

Keine Kommentare vorhanden.