Investoren reagieren auf Googles Genie-KI: Videospiel-Aktien fallen deutlich

Googles neues KI-Projekt sorgt für Nervosität an der Börse – mehrere große Namen der Spielebranche geraten kurzfristig unter Druck.
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Von Dominik Litzmann
Investoren reagieren auf Googles Genie-KI: Videospiel-Aktien fallen deutlich

Die Vorstellung von Googles neuem KI-Prototypen Genie hat an den Finanzmärkten eine spürbare Kettenreaktion ausgelöst. Innerhalb kürzester Zeit verloren zahlreiche Aktien aus der Videospielbranche deutlich an Wert. Betroffen waren unter anderem Nintendo, Take-Two Interactive, Roblox und Unity – ausgelöst durch die Sorge, KI könnte die Spieleentwicklung grundlegend verändern.

Googles Genie: Die Spielentwicklung von morgen?

Am 29. Januar stellte Google sein Forschungsprojekt Genie vor – ein KI-System, das aus einfachen Texteingaben innerhalb weniger Sekunden interaktive Welten generieren kann. Angetrieben wird der Prototyp von Genie 3 in Kombination mit Googles KI-Modell Gemini.

Dabei entstehen keine klassischen Spiele, sondern dynamische, begehbare Umgebungen. Dennoch sorgten erste Demos für Aufsehen: Laut Berichten von Jay Peters (The Verge) lassen sich sogar Welten erschaffen, die stark an bekannte Marken wie The Legend of Zelda oder Mario erinnern – ein Umstand, der rechtlich noch für Diskussionen sorgen dürfte.

Börsenschock nach KI-Präsentation

Einige Investoren interpretierten die Präsentation offenbar als Blick in die Zukunft des Gamings – und zogen daraus schnelle Konsequenzen. In der Folge kam es zu teils deutlichen Kursverlusten bei mehreren Videospiel-Unternehmen:

  • Nintendo: rund –5 %
  • Take-Two Interactive: etwa –9 %
  • Roblox: ca. –12 %
  • Unity Technologies: sogar –20 bis –24 %

Vor allem Unity traf es besonders hart – vermutlich, weil KI-gestützte Content-Erstellung direkt in den Kernmarkt von Entwicklungs-Tools und User-generated Content eingreift.

Ein Frühstart mit Nebenwirkungen

Inzwischen haben sich viele der Kurse bereits wieder stabilisiert. Beobachter gehen daher von einem kurzfristigen Börsenereignis aus – ausgelöst durch eine klassische Übersprungshandlung rund um den nächsten KI-Hype.

Auch technisch ist Googles Genie noch weit von einer ernsthaften Konkurrenz für klassische Spieleentwicklung entfernt. Die bisher gezeigten Demos laufen nur rund eine Minute, mit 24 FPS und einer Auflösung von 720p. Von komplexen Spielmechaniken, Storytelling oder langfristigem Gameplay ist das Projekt noch weit entfernt.

Mehr Signal als Bedrohung

Für große Publisher wie Nintendo oder Take-Two dürfte die Technologie kurzfristig kaum relevant sein. Anders sieht es bei Plattformen wie Roblox oder Tool-Anbietern wie Unity aus, deren Geschäftsmodelle stärker auf nutzergenerierten Inhalten und Entwicklungswerkzeugen basieren.

Unterm Strich bleibt Genie vor allem eines: ein Signal dafür, wie sensibel Investoren auf KI-Ankündigungen reagieren – selbst dann, wenn die Technologie noch klar im Prototyp-Stadium steckt. Für die Videospielbranche ist das weniger eine akute Bedrohung als vielmehr ein weiterer Hinweis darauf, wie schnell sich Narrative an den Märkten verschieben können.

Quellen 3
  • Börsendaten zu Nintendo, Take-Two, Roblox und Unity (NYSE / NASDAQ / TSE)
  • The Verge
  • Google AI

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