Nvidia verspricht 4K mit 240 Hz und Path Tracing – dank DLSS 4.5 und 6x Frame Generation
Mit DLSS 4.5 will Nvidia den nächsten großen Schritt gehen: flüssiges 4K-Gaming mit Path Tracing und bis zu 240 Hz. Doch braucht es wirklich sechsfache Frame-Generierung?
4K, Path Tracing, 240 Hz – eine Kombination, die bislang nach Zukunftsmusik klang. Genau dieses Szenario stellt Nvidia nun mit DLSS 4.5 in Aussicht. Möglich machen soll das ein neues Transformer-Modell der zweiten Generation sowie eine deutlich ausgebaute Multi Frame Generation, die künftig bis zu sechs KI-generierte Frames pro gerendertem Bild einfügt.
Hintergrund: Warum DLSS 4.5 so ambitioniert ist
Schon mit DLSS 3 setzte Nvidia stark auf KI-gestützte Frame Generation. Mit der Blackwell-Architektur der RTX-50-Serie wurde dieses Konzept unter dem Namen Multi Frame Generation (MFG) erweitert. Während bisher ein zusätzlicher Frame zwischen zwei gerenderten Bildern erzeugt wurde, können es nun bis zu fünf zusätzliche Frames sein.
Das Ziel: selbst extrem rechenintensive Spiele mit Path Tracing bei sehr hohen Bildwiederholraten spielbar zu machen – zumindest auf dem Papier.
Neuer KI-Kern: Transformer statt CNN
Im Zentrum von DLSS 4.5 steht ein zweites Transformer-Modell, das die bisher genutzten CNN-Ansätze endgültig ablöst. Laut Nvidia analysiert dieses Modell Bildinhalte deutlich kontextsensitiver, erkennt Problemstellen wie feine Geometrie, Transparenzen oder schnelle Kameraschwenks besser und reduziert typische Artefakte wie Ghosting oder Flimmern.
Brian Catanzaro, VP of Applied Deep Learning Research bei Nvidia, betont, dass DLSS kontinuierlich auf Tausenden GPUs trainiert wird – rund um die Uhr. Fehlerbilder aus echten Spielen fließen direkt in neue Trainingszyklen ein.
6x Multi Frame Generation: Fortschritt oder Risiko?
So beeindruckend die Technik klingt, sie bleibt umstritten. Denn je mehr Frames KI-generiert sind, desto größer wird die Sorge um Eingabelatenz und Bildkonsistenz. Nvidia selbst macht klar:
Wer 6x MFG nutzen will, muss bereits echte 60 FPS aus der Hardware holen – sonst explodiert die Latenz.
Interne Demos zeigen jedoch vielversprechende Ergebnisse. In Black Myth: Wukong soll eine RTX 5090 bei 4K mit Path Tracing und DLSS 4.5 tatsächlich rund 246 FPS bei etwa 53 ms PC-Latenz erreichen. Ein Wert, der zumindest theoretisch absolut spielbar ist.
Dynamische Frame-Generierung kommt
Zusätzlich plant Nvidia eine neue Funktion in der Nvidia App: Dynamic Multi Frame Generation. Dabei passt das System den MFG-Faktor automatisch an die Bildwiederholrate des Monitors oder ein festgelegtes FPS-Ziel an. Statt starrer Einstellungen soll die Frame-Generierung flexibel reagieren – ein wichtiger Schritt, um Frame Gen alltagstauglicher zu machen.
Gute Nachrichten für ältere RTX-Karten
Nicht alles bleibt der RTX-50-Serie vorbehalten. DLSS 4.5 Super Resolution wird auf allen RTX-GPUs verfügbar sein. Dank DLSS-Override-Funktion sollen laut Nvidia über 400 Spiele direkt vom neuen Transformer-Modell profitieren – ganz ohne Update der Entwickler.
Titel wie Cyberpunk 2077 oder andere grafische Schwergewichte dürften dadurch sichtbar an Bildruhe und Schärfe gewinnen.
Technik-Demonstration mit Signalwirkung
DLSS 4.5 ist weniger ein sofortiger Gamechanger als vielmehr ein Statement: Nvidia glaubt, Frame Generation weit genug perfektioniert zu haben, um sie massiv hochzuschrauben. Ob Spielerinnen und Spieler bereit sind, sich auf 6x KI-Frames einzulassen, bleibt offen.
Fest steht jedoch: Upscaling und KI-Rendering werden 2026 weiter zur Norm. Und mit DLSS 4.5 könnte der Moment näher rücken, in dem Frame Generation nicht mehr skeptisch beäugt, sondern selbstverständlich aktiviert wird.
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