Overwatch stürzt Marvel Rivals vom Thron der Hero-Shooter

Das Duell der Giganten erreicht eine neue Eskalationsstufe: Während Blizzard mit einem radikalen Relaunch punktet, muss die Konkurrenz von Marvel Rivals den Platz an der Sonne räumen.
Avatar Dominik Litzmann
Von Dominik Litzmann
Overwatch stürzt Marvel Rivals vom Thron der Hero-Shooter

Die Karten im Hero-Shooter-Genre wurden neu gemischt. Was viele Experten nach dem fulminanten Start von Marvel Rivals Ende 2024 kaum für möglich hielten, ist nun eingetreten: Overwatch hat sich die Krone auf Steam zurückgeholt. Nach einer langen Durststrecke und massivem Druck durch die Superhelden-Konkurrenz meldet sich Blizzard mit beeindruckenden Zahlen und einer mutigen Neuausrichtung zurück.

Die Rückkehr zur alten Ordnung

Ein Blick auf die aktuellen Statistiken von SteamDB offenbart die Verschiebung der Machtverhältnisse. Gestern verzeichnete Overwatch eine aktive Spielerzahl von 116.444 gleichzeitig eingeloggten Nutzern. Im direkten Vergleich dazu stand Marvel Rivals bei 112.997 Spielern. Besonders deutlich wurde der Abstand bereits am 10. Februar, als Overwatch in der Spitze sogar über 165.000 Spieler mobilisieren konnte – ein neuer Rekord seit dem Steam-Debüt des Titels.

Der aktuelle „Players Right Now“-Wert unterstreicht den Trend: Während Marvel Rivals bei rund 23.600 Spielern liegt, verweilen über 52.853 Fans in den Arenen von Blizzard. Damit hat Overwatch seinen schärfsten Widersacher vorerst abgehängt.

Der radikale Neustart: Ohne die „2“, aber mit viel Herz

Dieser Aufschwung kommt nicht von ungefähr. Blizzard hat die Reißleine gezogen und das Spiel offiziell in Overwatch umbenannt. Mit dem Verzicht auf die Ziffer im Namen geht ein umfassendes Rebranding einher, das als „Soft Relaunch“ bezeichnet werden kann. Eine komplett überarbeitete Benutzeroberfläche sorgt nun für mehr Klarheit im hitzigen Gefecht und präsentiert wichtige Informationen wesentlich intuitiver.

Doch die eigentlichen Stars des Updates sind die fünf neuen Charaktere. Besonders zwei Neuzugänge sorgen für Begeisterung:

  • Emre: Der ehemalige Soldat der Overwatch-Strike-Team, der jahrelang nur in Comics und Lore-Happen existierte, ist endlich spielbar.
  • Jetpack Cat: Was über ein Jahrzehnt lang als Running Gag und verworfenes Konzept galt, ist nun „bittere“ Realität. Als Support-Heldin sorgt die fliegende Katze für frischen Wind und beweist, dass Blizzard den Humor der Community endlich wieder ernst nimmt.

Marvel Rivals schläft nicht

Trotz des aktuellen Rückschlags bleibt Marvel Rivals ein potenter Herausforderer. Mit einem Kader von mittlerweile über 45 Charakteren bietet das Spiel eine enorme Vielfalt. Pünktlich zum heutigen 13. Februar feiert NetEase die Premiere von Elsa Bloodstone, die als 47. Heldin das Feld der Superhelden erweitert.

Zudem brodelt die Gerüchteküche gewaltig: Innerhalb des Spiels und in aktuellen Datamines gibt es deutliche Hinweise auf kommende Fan-Favoriten wie Cyclops oder den Ghost Rider. Es ist also davon auszugehen, dass Marvel Rivals zum Gegenschlag ausholen wird.

Das Imperium schlägt zurück

Blizzard hat bewiesen, dass man eine totgesagte Marke mit dem richtigen Fokus auf Fan-Wünsche und eine klare Identität wiederbeleben kann. Die Entscheidung, das „Overwatch 2“-Kapitel symbolisch zu schließen und zu den Wurzeln zurückzukehren, scheint genau der Befreiungsschlag gewesen zu sein, den das Franchise brauchte. Ob die Rückkehr an die Spitze von Dauer ist, wird sich zeigen, wenn Marvel seine nächsten schweren Geschütze auffährt. Für Fans des Genres ist dieser Konkurrenzkampf jedoch ein absoluter Gewinn, da beide Studios nun gezwungen sind, kontinuierlich Höchstleistungen abzuliefern.

Kommentare

Melde dich an, damit du mit anderen über das Thema diskutieren kannst.

Keine Kommentare vorhanden.