Phasmophobia-Entwickler gründen neues Publishing-Label für Indie-Spiele

Kinetic Games will unabhängige Studios künftig nicht nur finanziell, sondern auch strategisch und rechtlich unterstützen.
Veröffentlicht am von Dominik Litzmann
Phasmophobia-Entwickler gründen neues Publishing-Label für Indie-Spiele

Die Macher von Phasmophobia schlagen ein neues Kapitel auf: Mit Kinetic Publishing startet das britische Studio ein eigenes Publishing-Unternehmen, das sich gezielt auf Indie-Spiele konzentriert. Ziel ist es, kleinere Teams und Solo-Entwickler mit Erfahrung, Know-how und Ressourcen zu stärken – genau dort, wo es oft am meisten fehlt.

Eine helfende Hand für Indie-Studios

Hinter dem neuen Label steht Kinetic Games, das mit dem Koop-Horrorhit Phasmophobia einen der erfolgreichsten Indie-Titel der letzten Jahre geschaffen hat. Studio-CEO Daniel Knight erklärte in einer Pressemitteilung, dass das Unternehmen mittlerweile groß und stabil genug sei, um anderen Entwicklerteams unter die Arme zu greifen.

Gerade rechtliche Fragen, Marketing, Publishing-Prozesse und strategische Planung seien Bereiche, in denen junge Studios oft auf sich allein gestellt seien. Genau hier will Kinetic Publishing ansetzen – mit Unterstützung, die Knight sich selbst zu Beginn seiner Karriere gewünscht hätte.

„Es ist eine unglaublich aufregende Zeit für die Indie-Spieleentwicklung. In den letzten fünf Jahren habe ich enorm viel gelernt. Jetzt sind wir in der Lage, dieses Wissen weiterzugeben.“

Erfahrung aus erster Hand

Die operative Leitung von Kinetic Publishing übernehmen fünf langjährige Mitarbeitende von Kinetic Games, die jeweils unterschiedliche Fachbereiche abdecken. Einer von ihnen ist Asim Tanvir, Director für Marketing und Partnerschaften.

Im Gespräch mit Game Developer betonte Tanvir, worauf es bei Bewerbungen für eine Zusammenarbeit ankommt – und das sei weniger Hochglanz als Ehrlichkeit.

Authentizität statt Hochglanz-Pitches

Laut Tanvir sollten sich interessierte Entwickler darauf konzentrieren, ihr Spiel so darzustellen, wie es wirklich ist: klar, ehrlich und mit erkennbarem kreativen Kern. Authentizität und Stolz auf das eigene Projekt seien entscheidende Faktoren.

„Konzentriert euch auf die Informationen, die euer Spiel am besten repräsentieren und sein Potenzial zeigen. Seid authentisch und steht zu eurer Arbeit – das spiegelt sich in jeder Einreichung wider.“

Besonders angesprochen werden kleine Teams oder Einzelpersonen mit einer klaren Vision, deren Projekt idealerweise noch etwa ein bis anderthalb Jahre von der Veröffentlichung entfernt ist.

Ein starkes Signal für die Indie-Szene

Mit Kinetic Publishing reiht sich Kinetic Games in eine wachsende Gruppe erfolgreicher Indie-Studios ein, die ihre Reichweite nutzen, um die Szene aktiv zu fördern. Für Entwicklerinnen und Entwickler könnte das neue Label zu einer spannenden Alternative zu klassischen Publishern werden – mit echter Nähe zur Praxis und einem tiefen Verständnis für die Herausforderungen unabhängiger Spieleentwicklung.

Ob und welche Projekte zuerst unter dem neuen Label erscheinen, ist bislang offen. Klar ist jedoch: Der Erfolg von Phasmophobia soll künftig nicht nur dem eigenen Studio zugutekommen, sondern der gesamten Indie-Community.

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