Ubisoft schließt Studio in Kanada – 71 Arbeitsplätze betroffen
Der Publisher setzt seinen Sparkurs fort und beendet den Betrieb von Ubisoft Halifax. Die Entscheidung soll laut Unternehmen nichts mit der kürzlich erfolgten Gewerkschaftsgründung zu tun haben.
Ubisoft startet das neue Jahr mit einer einschneidenden Maßnahme: Der kanadische Standort Ubisoft Halifax wird geschlossen. Insgesamt sind 71 Mitarbeitende von der Entscheidung betroffen, die Teil umfassender Restrukturierungs- und Sparmaßnahmen des Unternehmens ist.
Hintergrund: Ein weiteres Opfer des Sparkurses
Wie ein Sprecher von Ubisoft gegenüber internationalen Medien erklärte, habe das Unternehmen in den vergangenen 24 Monaten zahlreiche Schritte unternommen, um Abläufe zu verschlanken, effizienter zu werden und Kosten zu senken. In diesem Zuge sei auch die Schließung des Studios in Halifax beschlossen worden.
In einem offiziellen Statement heißt es:
„Ubisoft hat die schwierige Entscheidung getroffen, das Studio in Halifax zu schließen. 71 Stellen sind davon betroffen. Wir verpflichten uns, alle betroffenen Teammitglieder mit umfassenden Abfindungspaketen und zusätzlicher Karriereunterstützung zu begleiten.“
Rolle von Ubisoft Halifax
Ubisoft Halifax war vor allem auf Mobile-Games spezialisiert, unterstützte aber auch andere interne Teams. Das Studio arbeitete unter anderem an bekannten Marken wie Rainbow Six und Assassin’s Creed mit und fungierte häufig als unterstützender Entwicklungsstandort innerhalb des Ubisoft-Netzwerks.
Gewerkschaftsgründung sorgt für Diskussionen
Brisant: Erst rund einen Monat vor der Ankündigung hatten sich etwa 60 Mitarbeitende von Ubisoft Halifax der Game & Media Workers Guild of Canada angeschlossen und damit eine Gewerkschaft gegründet. Ubisoft betont jedoch, dass die Entscheidung zur Studioschließung „lange vor“ der Gewerkschaftsbildung getroffen worden sei und man das Recht der Beschäftigten auf Organisation respektiere.
Die Gewerkschaft sieht das naturgemäß kritischer und erklärte in einer Stellungnahme, man werde „alle rechtlichen Mittel ausschöpfen“, um die Interessen der betroffenen Mitglieder zu verteidigen.
Umbau bei Ubisoft
Die Schließung reiht sich in eine Phase größerer Umstrukturierungen ein. Im vergangenen Jahr gründete Ubisoft eine neue Tochtergesellschaft mit finanzieller Unterstützung von Tencent, die sich verstärkt auf Kernmarken wie Assassin’s Creed konzentrieren soll. Gleichzeitig feierte der Publisher das 30-jährige Jubiläum von Rayman und veröffentlichte Assassin’s Creed Shadows für die Nintendo Switch 2 – ein Start, der zunächst holprig verlief, inzwischen aber durch mehrere Updates stabilisiert wurde.
Die Schließung von Ubisoft Halifax zeigt erneut, wie angespannt die Lage in der Spieleindustrie derzeit ist. Trotz großer Marken und prestigeträchtiger Jubiläen bleibt der wirtschaftliche Druck hoch. Für die betroffenen Mitarbeitenden ist der Einschnitt gravierend – und die Debatte um Gewerkschaften und Arbeitsplatzsicherheit dürfte Ubisoft noch länger begleiten.
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