Pokémon Pokopia: Gemeinsam bauen auch ohne Host – Das Koop-Feature, das Animal Crossing fehlt

In Pokémon Pokopia erschafft ihr auf sogenannten Cloud-Inseln eine gemeinsame Welt, die völlig unabhängig vom Online-Status des Hosts existiert. Damit löst das Switch 2-Exclusive eines der nervigsten Probleme des Genres.
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Von Dominik Litzmann
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Pokémon Pokopia: Gemeinsam bauen auch ohne Host – Das Koop-Feature, das Animal Crossing fehlt

Wer kennt es nicht? Man möchte an der gemeinsamen Insel weiterarbeiten, aber der Kumpel, dem der Spielstand gehört, liegt längst im Bett. Während Fans von Animal Crossing: New Horizons hier in die Röhre schauen, geht Pokémon Pokopia einen entscheidenden Schritt weiter. Game Director Takuto Edagawa bestätigte nun ein Feature, das für echte Koop-Freiheit sorgt.

Die Wolkeninsel: Ein geteiltes Paradies

In einem aktuellen Interview mit dem japanischen Magazin Famitsu gab Edagawa Einblicke in das Herzstück des Multiplayers: die Cloud Islands. Während ihr auf euren Hauptinseln im Story-Modus lediglich Gäste empfangen könnt – meist mit eingeschränkten Rechten, damit niemand euer mühsam gepflanztes Beet zertrampelt – sind die Cloud-Inseln als echte Gemeinschaftsprojekte konzipiert.

Das Prinzip erinnert stark an private Server aus Minecraft. Bis zu vier Fans können gleichzeitig an einer Welt bauen, dekorieren und Ressourcen sammeln. Der Clou: Die Insel wird in der Cloud gespeichert. Das bedeutet, dass kein Host online sein muss, damit andere die Welt betreten können. Ihr könnt also morgens die Blumen gießen, während euer Team erst abends zum gemeinsamen Häuserbau dazustößt.

Mehr als nur eine nette Dreingabe

Dieses System ist ein massiver Komfortgewinn. Es nimmt den Druck aus der Terminplanung und erlaubt es Gruppen, organisch an großen Projekten zu werkeln. Takuto Edagawa betonte, dass diese Flexibilität ein zentraler Pfeiler der Entwicklung war – gerade weil Omega Force (das Studio hinter dem Spiel) weiß, wie schwierig es sein kann, vier Terminkalender unter einen Hut zu bringen.

Allerdings gibt es einen kleinen Haken für Story-Junkies: Der Fortschritt auf den Cloud-Inseln ist separat vom eigenen Story-Modus. Items und Fortschritte aus der Gemeinschaftswelt lassen sich laut aktuellen Informationen nicht einfach in das private Reich mitnehmen.

Zwischen Innovation und Kritik

Obwohl der Multiplayer glänzt, braut sich an anderer Stelle ein kleiner Sturm zusammen. Pokémon Pokopia wird das erste von Nintendo gepublishte Spiel sein, das in der physischen Version als Game Key Card erscheint. In der schicken Hülle steckt also kein Modul mit Daten, sondern lediglich ein Chip mit einem Download-Code. Wer das Spiel am 5. März 2026 im Laden kauft, muss also trotzdem den gesamten Inhalt herunterladen.

Immerhin: Technisch nutzt das Spiel die neuen Möglichkeiten der Nintendo Switch 2 voll aus. Dank der Game-Share-Funktion könnt ihr das Spiel von einer Hauptkonsole auf bis zu drei weitere Geräte im lokalen Netzwerk streamen – und das funktioniert sogar mit der alten Nintendo Switch 1.

Endlich echte Nachbarschaftshilfe

Mit den Cloud-Inseln liefert Pokémon Pokopia genau das, was sich viele von der Konkurrenz seit Jahren wünschen: Eine Welt, die uns allen gehört und nicht nur demjenigen, der die Konsole als Erster eingeschaltet hat. Wenn Nintendo hier genau hinsieht, könnte dies der neue Goldstandard für künftige Lebenssimulationen werden. Es bleibt abzuwarten, ob die spielerische Freiheit die Wut über die "leeren" Verkaufsboxen am Ende überwiegt.

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